Die wichtigsten Punkte

  • Reserven und Produktion: Vietnam verfügt über 3,5 Millionen Tonnen Seltene Erden, das sechstgrößte Vorkommen weltweit, produzierte 2025 jedoch lediglich 150 Tonnen gegenüber 270.000 Tonnen aus China.
  • Abkommen Vietnam-Australien: In Canberra unterzeichneten To Lam und Anthony Albanese eine gemeinsame Erklärung zu Lieferketten für kritische Mineralien, Halbleiter und saubere Energie.
  • Beteiligte Unternehmen: Australian Strategic Materials, Blackstone Minerals und EQ Resources Limited verhandeln über den Zugang zu den Vorkommen von Dong Pao und dem Dubbo-Projekt.

Ein Vorkommen, das Vietnam nicht mehr unverarbeitet verkaufen will

Hanoi hat den Export unverarbeiteter Seltenerd-Erze verboten. Das Verbot folgt auf einen ernüchternden Vergleich zwischen den nationalen Reserven — geschätzt auf 3,5 Millionen Tonnen, konzentriert in der Mine Dong Pao in der Provinz Lai Chau, mit über 5 Millionen Tonnen Oxiden — und einer tatsächlichen Produktion von lediglich 150 Tonnen im Jahr 2025. Die vietnamesische Regierung setzt nun auf die inländische Raffination und verzichtet auf die Rolle des bloßen Rohstofflieferanten.



Seltene Erden: Vietnam und Australien fordern Chinas Mono... - Foto 1

Der Besuch von To Lam und die Unterzeichnung in Canberra

Im August 2026, während des ersten offiziellen Besuchs des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, in Australien, formalisierten die beiden Regierungen eine Verpflichtung zu Lieferketten für kritische Mineralien, Halbleiter und saubere Energie. Die Vereinbarung festigt den im März 2024 eingeschlagenen Weg, als die Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft erhoben und ein zweijährlicher Ministerdialog zu kritischen Mineralien eingerichtet wurde.

Vietnamesische Techniker auf Studienreise in Australien

Dem politischen Kanal ging bereits technische Arbeit voraus. Im August 2025 besuchte eine Delegation des vietnamesischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt unter Leitung von Vizeminister Tran Quy Kien Perth, Sydney und Melbourne, um die australischen Methoden zur Gewinnung und Verarbeitung strategischer Mineralien zu untersuchen. Das Treffen mit Australian Strategic Materials betraf das Dubbo-Projekt, ein polymetallisches Vorkommen mit leichten und schweren Seltenen Erden, Zirkonium, Niob und Hafnium. Die Delegation forderte ausdrücklich Zugang zum Know-how von ASM bei der Ionenaustausch-Aufbereitung Seltener Erden, einer Technologie, die für die vietnamesischen Lagerstätten relevant ist.

Die australischen Unternehmen im Einsatz

Blackstone Minerals und weitere australische Investoren haben Interesse an den Schürfrechten von Dong Pao bekundet. Während seines Besuchs in Canberra traf To Lam separat mit EQ Resources Limited zusammen und besprach die Ausweitung der Zusammenarbeit bei fortschrittlicher Verarbeitung und Raffinationstechnologien. Australien prüft zudem den Einsatz von Export Finance Australia für Finanzierungsinstrumente und Risikominderung zur Unterstützung gemeinsamer Förder- und Raffinationsprojekte.



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Der Kontext der Lieferketten

China kontrolliert rund 70 % der weltweiten Produktion Seltener Erden und führte 2025 neue Exportkontrollen ein, die auch auf Produkte ausgeweitet wurden, die anderswo mit chinesischer Technologie hergestellt werden. Mehrere Regierungen suchen nach alternativen Bezugsquellen. Vietnam positioniert sich als Raffinationspartner, benötigt jedoch Technologie und Know-how, das Australien in seinem eigenen Bergbausektor entwickelt hat.

Technische Komplementarität zwischen den beiden Vorkommen

Die vietnamesischen Lagerstätten gehören zum Ionenaustausch-Typ und weisen geringere Radioaktivitätswerte auf als die australischen Hartgestein-Vorkommen. Die Verlagerung eines Teils der Raffination leichter Seltener Erden nach Vietnam würde es Australien ermöglichen, seine Infrastruktur auf schwere Seltene Erden zu konzentrieren, während Hanoi in der industriellen Wertschöpfungskette aufsteigen würde.

Infrastrukturelle Hindernisse und Zeitplan

Die Governance-Kapazität des vietnamesischen Sektors bleibt begrenzt, mit laufenden Ermittlungen wegen Korruption und Mineralienschmuggel. Die logistische Infrastruktur im bergigen Nordwesten, wo sich die Vorkommen konzentrieren, ist derzeit unzureichend. Hanoi hat den Bau von Autobahnen und Bahnverbindungen zu den östlichen Häfen begonnen, deren Fertigstellung bis 2030 vorgesehen ist.



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Der Erfolg der Partnerschaft hängt davon ab, ob es beiden Ländern gelingt, die in Canberra unterzeichneten Vereinbarungen bis zum Ende des Jahrzehnts in betriebsbereite Infrastruktur umzusetzen. Die Koordinaten des wichtigsten Erzbeckens in den Bergen von Lai Chau (21.0285, 105.8542) bleiben der geografische Bezugspunkt, um den sich das industrielle Rennen entscheiden wird.