Die wichtigsten Fakten
- Angegebene Effizienz: Der Treibstoffverbrauch sinkt dank der Blended-Wing-Body-Konfiguration um bis zu 50 Prozent.
- Hersteller und Technologie: Der Demonstrator Jet1 wird von Scaled Composites (Northrop Grumman) in Mojave, Kalifornien, zusammengebaut.
- Industrieller Zeitplan: Der Erstflug ist bis Ende 2027 geplant, die kommerzielle Zulassung des Modells Z4 wird bis 2030 angestrebt.
Die strukturelle Verschmelzung von Tragfläche und Rumpf
JetZero hat mit dem physischen Bau des Jet1 begonnen, dem ersten Vollmaßstab-Demonstrator in Blended-Wing-Body-Konfiguration. Der Rumpf ist kein separater Zylinder mehr, der von den Tragflächen getrennt ist: Die gesamte Struktur erzeugt Auftrieb und reduziert so den parasitären Luftwiderstand. Die Flügelspannweite übersteigt 56 Meter. Die Struktur besteht aus kohlenstoffbasierten Verbundwerkstoffen – eine zwingende Wahl, um die unkonventionellen Lasten zu bewältigen, die diese Geometrie erzeugt.

Abgeleiteter, kein experimenteller Antrieb
Als Triebwerke kommen zwei Pratt & Whitney PW2040 zum Einsatz, dieselben, die für die Boeing 757 zertifiziert sind. Diese Wahl isoliert den Risikofaktor: JetZero testet die Aerodynamik der Zelle, nicht den Antrieb. Dieser Ansatz beschleunigt die Validierung der Flugsteuerungssysteme, die aufgrund des Fehlens eines konventionellen Leitwerks zur Stabilisierung der Fluglage notwendig sind.

Gemischte Finanzierung und kommerzielle Ausrichtung
Die US Air Force hat 235 Millionen US-Dollar für das Programm bereitgestellt – ein Zeichen für das doppelte zivil-militärische Interesse an der BWB-Plattform. United und Alaska Airlines haben in das Projekt investiert und sich damit eine Option auf das kommerzielle Modell Z4 mit einer Kapazität von 200 bis 250 Passagieren gesichert. Der Erstflug des Jet1 Ende 2027 stellt den technischen Meilenstein dar, der darüber entscheidet, ob die BWB-Geometrie die experimentelle Phase überwindet.
