Wichtigste Erkenntnisse
- Veröffentlichte Studie: Am 8. Juli 2026 in Science Advances erschienen, verfasst von Jessica Wan (University of Chicago) und Kate Ricke (Scripps Institution of Oceanography), untersucht die Möglichkeit, Super-El-Niños durch solare Geoengineering abzuschwächen.
- Eingesetzte Technologie: Marine Cloud Brightening (MCB), eine Technik, bei der Meersalz-Aerosole in die Wolken des südöstlichen Pazifiks eingebracht werden.
- Analytischer Hinweis: Die Simulationen weisen auf das Risiko hin, verfrüht eine starke La Niña auszulösen und dadurch globale Wettermuster zu verändern.
Ein natürliches Experiment als Ausgangspunkt
Die australischen Buschfeuer von 2019-2020, bekannt als Black Summer, setzten große Mengen Rauch frei, der in Richtung südöstlichen Pazifik zog. Das Phänomen machte die Wolken reflektierender und erzeugte einen Kühleffekt, der zur Entstehung einer mehrjährigen La Niña beitrug. Die Forscher nutzten dieses Ereignis als Grundlage, um einen direkten menschlichen Eingriff zu testen.

Die Simulation historischer Super-El-Niños
Das Team wendete die Logik des MCB auf die Super-El-Niños von 1997-1998 und 2015-2016 an. Durch die Einbringung von Aerosolen in den Monaten Mai-Juni zeigen die Modelle eine Unterbrechung der Verstärkungsmechanismen des Phänomens, mit einer deutlichen Abschwächung des Klimaereignisses.

Uneinigkeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft
Die Studie weist auf unerwünschte Folgen hin, darunter das verfrühte Einsetzen einer intensiven La Niña. Ein Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft stellt die ethischen und technischen Risiken infrage, komplexe Klimasysteme durch gezielte Eingriffe zu manipulieren, die zudem noch nicht im realen Maßstab validiert wurden.
