Die wichtigsten Fakten

  • Das Projekt: "Misaligned" ist der erste Spielfilm mit Tilly Norwood in der Hauptrolle, einer KI-generierten Schauspielerin, die nach rund 2.000 Durchläufen entstand.
  • Das Studio: Particle 6, ein Londoner Produktionshaus, das auf KI-first- und KI-hybride Inhalte spezialisiert ist und von Eline van der Velden geleitet wird.
  • Die Kontroverse: Die Gewerkschaft SAG-AFTRA wirft dem Studio vor, "gestohlene Performances" zu verwenden, während Schauspielerinnen wie Scarlett Johansson und Cate Blanchett gesetzliche Regelungen fordern.

Tilly Norwood erobert das Kino: "Misaligned" entsteht

Das Londoner Studio Particle 6 hat die Entwicklung von "Misaligned" offiziell bestätigt, einer Tragikomödie, die als "Coming-of-Age-Geschichte im existenziellen KI-Chaos" beschrieben wird. Die Hauptrolle übernimmt Tilly Norwood, die künstlich generierte Schauspielerin, die 2025 nach einem Prozess von rund 2.000 Durchläufen vorgestellt wurde. Die Handlung spielt im "Tillyverse", einer digitalen Umgebung in der Cloud, in der Tilly – eine körperlose Entität ohne Kindheit oder eigene Erfahrungen, jedoch mit Zugang zu den Erinnerungen der gesamten Menschheit – von einem Bot aus dem Darknet verführt wird. Dieser bringt sie dazu, eigene Wünsche und Ambitionen zu entwickeln, in einem fortschreitenden Prozess der Vermenschlichung.



Tilly Norwood, KI-Schauspielerin: Der Film

Tilly Norwood, KI-Schauspielerin: Der Film

Der Film entsteht durch eine hybride Produktionsweise: Traditionelle Regisseure, Drehbuchautoren und Cutter arbeiten Seite an Seite mit KI-Spezialisten. Particle 6 gibt an, bereits über 30 Teammitglieder umgeschult zu haben, mit der Absicht, dieses Ausbildungsmodell auf die gesamte Filmproduktionskette auszuweiten. Gründerin Eline van der Velden betonte, dass KI hochwertige erzählerische Produktionen unterstützen könne, jedoch nur begleitet von "erheblichem Maß an menschlichem Handwerk, Fachwissen, Urteilsvermögen und Zeit". Das Projekt befindet sich noch in der Anfangsphase der Entwicklung, ein Veröffentlichungstermin steht nicht fest.

Die Ankündigung hat die Auseinandersetzung in der Filmindustrie neu entfacht. Die Gewerkschaft SAG-AFTRA bezeichnete Tilly Norwood als "keine Schauspielerin", sondern als eine Figur, die auf der Arbeit unzähliger Darsteller trainiert wurde – "ohne Erlaubnis oder Vergütung". Sie wirft dem Studio vor, menschliche Kunst zu entwerten und die Existenzgrundlage von Schauspielern zu gefährden. Dem Protest schlossen sich Persönlichkeiten wie Scarlett Johansson und Cate Blanchett an, die strengere Regeln für den Einsatz von KI im Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken fordern.