Die wichtigsten Punkte
- Rekordverdächtiges Debüt: Der Prototyp Northstar wurde nach nur neun Monaten Entwicklungszeit auf dem Machina Summit in Paris vorgestellt.
- Firmeneigene Technologie: Der Roboter nutzt Real-Time Learning, ein Lernsystem durch Beobachtung, das die klassische Schritt-für-Schritt-Programmierung ersetzt.
- Finanzierungsrunde über 40 Millionen Dollar: Das von Ex-Tesla-Ingenieur Rémi Cadène gegründete Startup UMA plant Pilotprogramme in Logistik, Fertigung und Gesundheitswesen bis Ende 2026.
Ehemaliger Optimus-Ingenieur gründet UMA in Paris
In Paris entsteht UMA (Universal Mechanical Assistant), ein Startup für humanoide Robotik unter der Leitung von Rémi Cadène, der fünf Jahre lang als Ingenieur bei Tesla tätig war und dort als erster Research Engineer am Optimus-Programm arbeitete. Cadène verließ Tesla, um Hauptentwickler von LeRobot zu werden, der Open-Source-Bibliothek auf Hugging Face, die innerhalb eines Jahres über 12.000 Sterne auf GitHub gesammelt hat.

Das Gründerteam
Um Cadène herum hat sich ein Team mit erstklassigen technischen Lebensläufen gebildet: Pierre Sermanet, ehemaliger Forscher bei Google DeepMind, übernimmt die Rolle des Chief Science Officer; Simon Alibert, ehemals bei Hugging Face und Mitentwickler von LeRobot, fungiert als CTO; Robert Knight, Designer mit Spezialisierung auf robotische Hände, ist Chief Robot Officer. Unter den Investoren und Beratern finden sich Yann LeCun, Thomas Wolf, Xavier Niel und Nico Rosberg.

Northstar: Aufbau und Technologie
Der Prototyp Northstar wiegt etwa 40 kg, ist auf Reparierbarkeit ausgelegt und weist ein bewusst nicht-anthropomorphes Design auf: ein neutrales Visier anstelle eines Gesichts, eine weiche Hülle und sichtbare mechanische Gelenke. Das Steuerungssystem basiert auf Real-Time Learning: Ein neuronales Netzwerk, das direkt mit den Kameras verbunden ist, entscheidet End-to-End über Aktionen und Bewegungen, ohne vorprogrammierte Sequenzen. In einem Demonstrationsvideo korrigiert der Roboter seine Haltung und stellt nach einem äußeren Stoß das Gleichgewicht wieder her; in einer weiteren Demo sortieren zwei Roboterarme verformbare Kabel, rutschige Flaschen und zerbrechliche Kartons und passen sich dabei manuellen Eingriffen an.
Europe-First-Strategie
UMA richtet seine kommerzielle Entwicklung auf den europäischen Markt aus und grenzt sich damit von Wettbewerbern wie Tesla, Figure und Unitree ab. Als Beweggrund wird der Arbeitskräftemangel infolge der demografischen Alterung des Kontinents genannt. Das Unternehmen hat Gespräche mit etwa 50 potenziellen Kunden aufgenommen und plant den Start von Pilotprogrammen in Logistik, Fertigung und Gesundheitswesen im Laufe des Jahres 2026.

Finanzierung und Struktur
UMA verließ im Dezember 2025 den Stealth-Modus und befindet sich derzeit in Verhandlungen über eine Seed-Finanzierungsrunde von rund 40 Millionen Dollar, unterstützt von Greycroft, Relentless und Red River West. Das Unternehmen zählt etwa 30 Mitarbeiter, verteilt auf Paris, London und die Schweiz. Erklärtes Ziel ist es, bis Ende 2026 einen funktionsfähigen Proof of Concept vorzulegen.
