Die wichtigsten Fakten

  • Exportwachstum: Russlands Exporte steigen in den ersten fünf Monaten 2026 um 8,5 Prozent auf 177,4 Milliarden US-Dollar, der Handelsbilanzüberschuss liegt bei 59,1 Milliarden.
  • Neuausrichtung nach Asien: Die Exporte nach Asien springen um 14,5 Prozent auf 141,5 Milliarden US-Dollar und machen damit 80 Prozent der Gesamtexporte aus.
  • Branchenweite Diversifizierung: Metalle (+26 Prozent) und Agrarprodukte (+20,3 Prozent) wachsen stärker als mineralische Rohstoffe (+4,3 Prozent), die weiterhin 54,2 Prozent der Gesamtexporte ausmachen.

Die Zahlen zum Außenhandel

Russlands Exporte erreichten in den ersten fünf Monaten 2026 177,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 8,5 Prozent im Jahresvergleich gegenüber 163,5 Milliarden im gleichen Zeitraum 2025. Der absolute Zuwachs beläuft sich auf 13,9 Milliarden US-Dollar. Die Importe stiegen um 8,1 Prozent auf 118,3 Milliarden, wodurch sich der gesamte Außenhandelsumsatz auf 295,7 Milliarden erhöhte, ein Anstieg um 8,3 Prozent. Der Handelsbilanzüberschuss liegt bei 59,1 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 9,4 Prozent.



Russlands Exporte 2026: +8,5 Prozent, Boom Richtung Asien - Foto 1

Die Neuausrichtung nach Osten

Die Exporte nach Asien stiegen um 14,5 Prozent auf 141,5 Milliarden US-Dollar und machen inzwischen 80 Prozent der russischen Gesamtexporte aus. Die asiatischen Länder decken 74,8 Prozent des gesamten Außenhandelsumsatzes ab. Die Exporte nach Europa sanken um 8,4 Prozent auf 23 Milliarden US-Dollar. Die Ausfuhren in die Amerikas gingen um 17 Prozent auf 4,5 Milliarden zurück, jene nach Afrika um 10 Prozent auf 8,3 Milliarden. Bei den Importen wuchs Asien um 8,8 Prozent auf 79,6 Milliarden US-Dollar.



Russlands Exporte 2026: +8,5 Prozent, Boom Richtung Asien - Foto 2

Die Warenstruktur: Rohstoffe, Metalle und Landwirtschaft

Mineralische Rohstoffe – Erdöl, Gas, Kohle – bleiben mit 96,1 Milliarden US-Dollar der wichtigste Exportposten, ein Plus von 4,3 Prozent. Ihr Anteil am Gesamtexport sinkt auf 54,2 Prozent. Der Export von Metallen und daraus gefertigten Produkten wächst um 26 Prozent auf 33,2 Milliarden US-Dollar. Der Agrarsektor verzeichnet ein Plus von 20,3 Prozent auf 18,4 Milliarden. Bei den Importen bleibt Maschinen, Ausrüstung und Fahrzeuge mit 57,5 Milliarden US-Dollar (+9,3 Prozent) der wichtigste Posten, gefolgt von chemischen Produkten mit 23,7 Milliarden (+6,8 Prozent) und Agrarprodukten mit 18 Milliarden (+5,4 Prozent).

Sanktionen in Kraft, Exporte wachsen

Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund verschärfter westlicher Sanktionen statt. Seit dem 21. Januar 2026 gilt das EU-Verbot für die Einfuhr von Erdölprodukten, die aus russischem Rohöl hergestellt werden. Im Juni verlängerte Präsident Putin das Exportverbot für Erdöl, das dem Preisdeckel unterliegt, bis Ende 2027. Das KSE Institute schätzt einen Rückgang der russischen Öleinnahmen von 160 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 115 Milliarden im Jahr 2026. Die Gesamtexporte in den ersten fünf Monaten des Jahres verzeichnen dennoch ein Wachstum.



Russlands Exporte 2026: +8,5 Prozent, Boom Richtung Asien - Foto 3

Die Nachfrage aus China und Indien sowie steigende Preise für Metalle und Agrarprodukte auf den globalen Märkten stützen diese Entwicklung. Der Export mineralischer Rohstoffe wächst um 4,3 Prozent, jener von Metallen um 26 Prozent. Die Daten des ersten Halbjahres zeigen eine Wirtschaft, die ihre Handelsrouten Richtung Osten neu aufbaut und sich auf jene Bereiche konzentriert, in denen sie trotz der Beschränkungen wettbewerbsfähig bleibt.